Wo hat sich dieser Mann eigentlich so lange versteckt?

Warum kennt man den nicht längst?

 

Das ist eine berechtigte Frage. Die Antwort ist: Weil er erst ziemlich spät angefangen hat, seine eigenen Texte und seine eigene Musik zu schreiben.

Zuvor hatte er schon über zwanzig Jahre lang als Schlagzeuger und Sänger gearbeitet, an preisgekrönten Theaterproduktionen mitgewirkt, Kabarettisten und Literaten begleitet. Er war 2005 für "Beste Filmmusik" beim Deutschen Filmpreis nominiert und spielte als Teil seines Duos UNSERE LIEBLINGE um die 1600 Konzerte zwischen Venedig, Wien und Wilhelmshaven.

 

Die Lieder

Mit seinem Debüt Meinetwegen im Regen (VÖ 15.1.2016) kommt Stefan Noelle nun poetisch auf den Punkt. Voller Lust und Liebe widmet sich der Münchner Chansonwriter der deutschen Sprache, malt in seinen Liedern berührende Bilder und kleidet sie in hinreißende Melodien. Arrangiert für eine kleine Besetzung, in der vor allem Bassklarinette und Altflöte für selten gehörte Farben sorgen, entsteht ein überraschend voller, weiter Sound, der Räume füllt und dennoch Platz für sprachliche Eleganz und musikalische Feinheiten schafft.

Hier schreibt und singt einer, der die Gezeitenwechsel des Lebens kennt und sich wachen Geistes und offenen Herzens hinein begibt. Ein Sammler des Erlebten, Gesehenen, Erahnten und Gespürten, der aus alledem die Essenz destilliert und zu feinen Miniaturen weiterspinnt, wenn die Zeit reif ist.

Stefan Noelle schreibt mit Liebe, mit Feuer und manchmal mit Wut. Seine Poesie ist fein geschliffen und auf den Punkt. Er zeigt uns seine Liebe zur Sprache, er zeigt uns seine Erfahrung als Komponist und Arrangeur. Vor allem aber zeigt er: Sich. Und das ist eine Menge.

 

Die Aufnahmen

Meinetwegen im Regen ist nicht im Tonstudio entstanden. Aufgenommen wurde in der großen Tenne eines oberbayerischen Bauernhofs aus dem 18. Jahrhundert. Warmer Sound, beste Energie. Alle 16 Titel wurden dort Mitte April 2015 in anderthalb Tagen gemeinsam live eingespielt und eingesungen. So entstand der leicht jazzige, spontane Charakter dieser besonderen Session. Lediglich die Schlagzeug- und Percussionspuren spielte Stefan Noelle einen Tag später am selben Ort noch aufs Band. Mit Florian Riedl an Bassklarinette und Altflöte, Georg Alkofer an der Fender Telecaster und Sebastian Gieck am E-Bass sind hervorragende Musiker der süddeutschen Szene mit an Bord. Aufgenommen und gemischt hat Nikolaus Reichel (Echo Klassik 2014 für Bassiona Amorosa).

 

Fotos: Lena Semmelroggen

Meinetwegen im Regen

4 Nachtfrost

7 Damals ging’s nicht

8 Blumenschlüssel

10 Da wo du jeden Tag hingehst

11 Wir wohnen in einem Thema

12 Pralinen und Portwein

14 Hundebesitzer

15 Gib noch mal Saft bevor du gehst

16. Es ist ein zarter Moment