Liedermacher

Der Entschluss, eigene Texte zu singen, reifte spät. Doch die Liebe zur deutschen Sprache und der Wille, sie gut klingen zu lassen, brachen sich letztlich Bahn. Als 46-Jähriger nahm Stefan Noelle wieder die Gitarre seiner Jugend in die Hand und ging mit ersten Liedern auf die Bühne. Er sieht sich selbst in der Tradition der europäischen Chansonniers, Cantautori und Liedermacher, war Stipendiat der Textdichter-Masterclass CELLER SCHULE und gehört seit 2017 auch zum Kreis der Liedermacherschule SAGO (gegründet von Christof Stählin).

"Wie es mich zieht" - das neue Album

Am 23. September 2022 erscheint nach diversen Pandemie-bedingten Verschiebungen endlich das zweite Album WIE ES MICH ZIEHT. Hierfür verbindet Stefan Noelle seine musikalische Poesie mit seiner guten Vernetzung innerhalb der Münchner Musikszene. Neben den Musikern seiner Working Band (Max Braun, Bassklarinette/Altflöte; Adrian Reiter, E-Gitarre; Wilbert Pepper, Kontrabass) sind dabei: Das Ensemble Quadro Nuevo, die Pianistin Andrea Hermenau, Filmmusik- und Dreiviertelblut-Mastermind Gerd Baumann, der syrische Oud-Virtuose Abathar Kmash, das Duo Flow mit Axel Wolf und Hugo Siegmeth, die Songwriterin Vera Klima, E-Bass-Legende Wolfgang Schmid, Akkordeon-Filou Christian Ludwig Mayer, die Brüder Himpsl von der Unterbiberger Hofmusik, Studio-Cats wie Alex Klier, Jan Eschke oder Manfred Mildenberger und viele andere mehr.

Sie alle bereichern die 13 Lieder des Albums mit ihren individuellen Farben und sorgen für extrem facettenreiche Musik mit Anleihen aus Pop, Folk und Country sowie ein paar jazzigen Tupfern. Seltene Saiteninstrumente wie Harfe, Barocklaute und Oud, Blechbläser und Streicher untermalen Stefan Noelles gesungene Poesie, die alles zusammenhält. Das Album feiert diese hoffentlich noch nicht so bald aussterbende Art der musikalischen Zusammenarbeit: In einem großen Studio gemeinsam gleichzeitig aufzunehmen. Es ist Stefan Noelles Hommage an die Münchner Musikszene und an das künstlerische Miteinander an sich.

Die Songs thematisieren Alltagsbeobachtungen ("Die vorletzte Waschmaschine meines Lebens", "Eichhörnchen", "Septemberwespen") und unsentimental-komische Kindheitserinnerungen ("Damals auf'm Dorf", "Mon Cheri"), oder sie streifen die Pandemie-Thematik ("Wie es mich zieht", "Ich bin noch da"). Stefan Noelle setzt dem Inneren des Münchner Olympiaparks ein musikalisches Denkmal ("Die Trümmer dieser Stadt") und weigert sich, sein Deutsch-Sein von den Rechtsradikalen vereinnahmen zu lassen ("Muss ich jetzt was sagen?"). Mit Geigen und Posaunen orchestriert, erinnert "Der Schnee" fast an Udo Jürgens. In "Totholz" und "Die Ewigkeit lügt" ist Noelle ganz Chansonnier, während das folkig swingende "Warme Nacht in München" als Reverenz an den Charme des Sommers seiner Heimatstadt das Album abschließt.

Begleitet wurden die Aufnahmesessions im legendären Mastermix-Studio Unterföhring von der bekannten Musik-Fotografin Lena Semmelroggen. Aus ihren Bildern, die den Spirit dieser Studiotage kongenial einfangen, wird kein normales "Booklet". Das Album erscheint als gebundenes 64-Seiten-Fotobuch im Format 31 x 31 cm, dem der Tonträger als CD oder Vinyl-LP beiliegt. In einer Zeit, in der ein einzeln veröffentlichter Track täglich den nächsten jagt, geht Stefan Noelle also den umgekehrten Weg und produziert ein handwerkliches Gesamtkunstwerk.

Im Rahmen der Veröffentlichung ist eine Tour geplant, erste Termine wie das Release-Konzert im Lustspielhaus München am 27.9.2022 stehen bereits fest.

 

Das erste Album 2016

Das erste Album MEINETWEGEN IM REGEN erschien 2016 und erhielt eine Nominierung zum Preis der deutschen Schallplattenkritik. Für die Aufnahmen stellte die Malerin Edith Kramer ihr Atelier zu Verfügung: Eine historische Bauernhoftenne mit wunderbar warmer Holz-Akustik in Wackersberg bei Bad Tölz. Hier entstand in nur zwei Aufnahmetagen das ganze Album.
Zu hören sind Florian Riedl, Bassklarinette/Flöte; Georg Alkofer, E-Gitarre; Sebastian Gieck, E-Bass. Aufgenommen und gemischt wurde das Album von Nikolaus Reichel. Im Bild dokumentiert wurden die Aufnahmen auch damals schon von Lena Semmelroggen.

 

Fotos: Lena Semmelroggen